SMS und MMS

Wer kann schon auf Anhieb sagen, was sich hinter den Abkürzungen versteckt, die immer wieder im Zusammenhang mit Handyempfang und Mobilfunk auftauchen. Wir haben hier eine chronologische Liste und ein paar erklärende Worte zu den einzelnen Technologien zusammengestellt und hoffen, das beantwortet einige Ihrer Fragen.

Inhaltsverzeichnis

Was ist SMS?

SMS steht für Short Message Service, zu Deutsch „Dienst zur Übertragung von Kurzmitteilungen“. Genauer handelt es sich hierbei um eine Übertragungsform von kurzen Textnachrichten über das Mobilfunknetz. Mittlerweile besteht aber auch die Möglichkeit so genannte Kurznachrichten über das Festnetz oder das Internet zu versenden. Die Abkürzung SMS wird dabei nicht nur zur Bezeichnung des Telekommunikations-Dienstes, sondern umgangssprachlich auch zur Benennung der Textnachrichten selber verwendet.

Entwicklung des Short Message Service

Der für den GSM-Mobilfunk entwickelte Dienst, war ursprünglich nicht für den individuellen Gebrauch vorgesehen. Die Funktion beschränkte sich auf einen Informations-Service der Netzanbieter, die den Dienst nutzten, um mittels Kurzmitteilung auf Netzstörungen aufmerksam zu machen. Die erste SMS wurde 1992, ca. 1 Jahr nach der Einführung des GSM Standards, von einem Computer auf ein Mobiltelefon gesendet.

SMS Inhalt

Ursprünglich wurde die Textlänge einer SMS auf 160 Zeichen begrenzt. Später wurden schließlich Mobilfunktelefone entwickelt, bei denen man Texte über 160 Zeichen hinaus eintippen und versenden kann. Moderne Geräte unterstützen in den meisten Fällen den so genannten EMS (Enhanced Message Service), wobei es möglich ist Texte von einer Länge bis zu 900 Zeichen zu versenden. Meist erfolgt jedoch die Abrechnung weiterhin nach 160 Zeichen, das heißt 160 Zeichen sowie jede weiteren angefangenen 160 Zeichen entsprechen jeweils den Kosten für eine SMS. Die meisten Handy-Modelle weisen jedoch bereits beim Schreiben darauf hin, ob man im Begriff ist die Länge für eine SMS-Einheit zu überschreiten.

Viele Handy Modelle ermöglichen mittlerweile das Anhängen von Bildern, Musik Dateien und Videos. Allerdings kann es dabei vorkommen, dass an Stelle einer SMS, eine MMS versendet wird und so ungewollt Kosten entstehen. Dieser Punkt lässt sich zumeist unter dem Menü-Punkt Einstellungen in Erfahrung bringen.

SMS Sprache und soziale Interaktion

Heutzutage sind SMS ein gängiges Kommunikationsmittel. Ganz nebenbei und ohne jemanden direkt zu stören, können so kurze Inhalte übermittelt werden, wobei der Empfänger flexibel entscheiden kann, wann und wie er darauf antwortet. So ist bei vielen Menschen das SMS schreiben mittlerweile schon zur Routine geworden und ersetzt zum Teil das herkömmliche Telefonieren. In solchen Fällen lohnt sich eine so genannte SMS Flatrate, wobei hier zu beachten ist, ob es sich dabei um ein Angebot handelt, bei dem zum Festpreis tatsächlich so viele SMS versendet werden können, wie man schreiben kann. Oder ob die mit dem Festpreis abgegoltenen SMS auf eine bestimmte Anzahl beschränkt sind, was bedeuten kann, dass beim Überschreiten dieser Vorgabe doch noch zusätzliche SMS Kosten anfallen.

Aufgrund des begrenzten Platzes hat sich mit der Zeit eine besondere Ausdrucksweise eingebürgert, die insbesondere durch Abkürzungen und das Einfügen so genannter Emoticons (Smileys) gekennzeichnet ist. Auch für das Versenden einer SMS hat sich mit der Zeit ein eigener Begriff herausgestellt, den Insbesondere Jugendliche verwenden. Ein paar Buchstaben zum SMS-Kürzel hinzu und schon wird geSiMSt, wenn man eine SMS schreibt. Auch der Begriff texten ist durchaus gebräuchlich.

Was ist T9?

Fast alle Handys sind mit der Texterkennung T9 (Text on 9 Keys) ausgestattet, wobei diese je nach Bedarf ein- oder ausgeschaltet werden kann. Da die Eingabe einer SMS über alphanummerische Tasten erfolgt, wobei eine Taste oft mit 3 - 4 Buchstaben belegt ist und das Schreiben demnach sehr lange dauern kann, wurde eine spezielle Eingabehilfe entwickelt. Diese bezieht seine automatische Worterkennung auf ein Wörterbuch, dass im Mobilfunktelefon hinterlegt ist. Im Regelfall entfällt so das Mehrfach-Tippen einer Taste und das Schreiben wird komfortabler und effizienter. Allerding erfordert der Gebrauch auch etwas Übung. Denn T9 ist nicht immer ganz treffsicher, bietet dann mehrere Varianten an, aus denen erst ausgewählt werden muss oder findet das gewünschte Wort erst gar nicht im Wörterbuch. Jedoch ist T9 auch lernfähig und im Wörterbuch lassen auch neue Begriffe ablegen.

Was ist MMS?

MMS (Multimedia Messaging Service) ist ein mobiler Mitteilungsdienst, wobei er als eine Erweiterung des SMS (Short Message Service) bzw. des EMS (Enhanced Message Service) das Versenden von multimedialen Inhalten erlaubt. MMS können dabei an Mobilfunktelefone und E-Mail-Adressen gesendet werden. Seit 2003 lassen sich auch so genannte MMS-Postkarten verschicken. Wie bei einer SMS können entweder ein oder mehrere Empfänger ausgewählt werden. Auch gilt die Bezeichnung MMS umgangssprachlich für die Nachricht selbst.

Für alle die Geburtstags- oder Urlaubsgrüße kreativer gestalten wollen, als dass dies mit einer herkömmlichen SMS möglich ist, kann MMS eine wahre Bereicherung sein. Natürlich bleiben der Kreativität auch bei informativen oder lustigen Inhalten ohne konkreten Anlass kaum Grenzen gesetzt.

MMS Inhalt

Im Gegensatz zur SMS lassen sich mit einer MMS bis zu 1000 Zeichen versenden. Neben einer herkömmlichen Textnachricht ist es ebenso möglich auch zusätzlich Bilder, Videos und Audiospuren anzuhängen. Diese komplexen Nachrichten können schließlich in Form einer Präsentation gestaltet werden. Weiter können die Texte in unterschiedlichen Schriftarten, -größen und -formaten erstellt werden.

Eine multimediale Nachricht kann rein theoretisch aus beliebig vielen Anhängen bestehen, wobei der Typ dieser Anhänge nicht identisch sein muss. Doch auch wenn es so etwas wie eine grundsätzliche Größenbeschränkung nicht gibt, ist es dennoch abhängig vom Endgerät, welche maximale Größe verarbeitet werden kann. Im MMS Center (MMSC) des jeweiligen Netzbetreibers wird deshalb versucht den Inhalt einer multimedialen Nachricht durch Transcoding (z. B. durch das Verkleinern von Bildern) an das empfangende Endgerät anzupassen. Aktuell ist die maximale Größe einer MMS bei allen deutschen Netzbetreibern auf 300 kB festgelegt. MMS Nachrichten können demnach also nicht beliebig groß sein.

Allgemein werden vom MMS-Standard folgende Medienformate empfohlen: JPEG, GIF, Text sowie AMR komprimierte Aufzeichnungen in Sprache bzw. Ton. Allerdings gibt es auch noch ein paar weniger gebräuchliche Typen, die MMS-kompatibel sind.

Kosten

Da MMS in der Regel wesentlich teurer sind, als eine SMS, werden sie auch verhältnismäßig weniger versendet. Für den Empfang werden jedoch auch hier keine Kosten fällig. Bei Auslandsaufenthalten sollte man jedoch bedacht mit dem Versenden von MMS umgehen, da hier für den Dienst erhebliche Kosten anfallen können. Angebote wie eine MMS-Flatrate gibt es derzeit nur vereinzelt, wobei auch hier zumeist eine fixe Maximal-Anzahl vorgegeben wird.

MMS fähige Endgeräte und Konfiguration

Um eine MMS versenden bzw. empfangen zu können, muss dieser Dienst vom Handy bzw. Endgerät unterstützt werden. Oftmals sind diese mit einer Kamera ausgestattet, mit der selber Bilder und Videos aufgenommen werden können. Diese Schnappschüsse und Videoclips können schließlich als Grundlage für den Inhalt einer MMS dienen. Wie bereits erwähnt, lassen sich diese Bilder und Video Dateien zusätzlich mit Grußtexten oder Audio Dateien kombinieren.

Doch reicht die Endgerät-Kompatibilität allein nicht aus, um aktiv MMS zu versenden oder zu empfangen. Das Gerät muss auch entsprechend eingestellt werden. Werden Handyverträge mit subventionieren Handys abgeschlossen, werden diese Endgeräte zumeist bereits vorkonfiguriert vom Netzbetreiber geliefert. Ist das das Gerät noch nicht konfiguriert müssen Einstellungen bezüglich: GPRS Datendienst (APN), WAP Gateway (IP-Adresse) und MMS Server (URL) vorgenommen werden. Diese Einstellungen sind dabei abhängig vom Netzbetreiber und sind entsprechend bei diesem zu erfragen.

Auch an Handys, die nicht MMS fähig sind, können MMS versendet werden. Der Empfänger wird in diesem Fall per SMS über den Eingang der MMS informiert mit dem Hinweis, dass er den multimedialen Inhalt auf einer Web-Seite des Netzbetreibers online abrufen kann.

Wie funktioniert die MMS Technik?

Ähnlich wie beim SMS-Versand werden MMS nicht direkt von Endgerät zu Endgerät gesendet. Die multimedialen Inhalte werden zunächst an das MMSC (MMS Center) gesendet, dort werden sie gespeichert und weitergeleitetet. MMS können dabei auch in andere Mitteilungsformate umgewandelt werden und umgekehrt (z. B. MMS zu E-Mail oder E-Mail zu MMS). Die Dauer des MMS Versands ist abhängig von der Größe und der Übertragungsart. Der Empfänger wird jedoch erst über das Eintreffen der MMS informiert, wenn die Übertragung vollständig abgeschlossen ist.