Was ist ein Seniorenhandy ?

SeniorenhandyDer Begriff Seniorenhandy lässt bereits auf die Ziel- bzw. Nutzergruppe der Senioren schließen. Es handelt sich demnach um ein spezielles Mobilfunktelefon für ältere Menschen, die i. d. R. in vielerlei Hinsicht besondere Bedürfnisse haben. Auch der Bereich der Telekommunikation unterliegt demzufolge verschiedenen Anforderungen, die es zu erfüllen gilt, um ihn auch für Senioren attraktiv und komfortabel zu gestalten. Der moderne Senior ist dabei alles andere als altmodisch und möchte ebenfalls die Vorteile der mobilen Erreichbarkeit nutzen. Die Möglichkeit mobiler Telefonie kann älteren Menschen über das Aufrechterhalten der sozialen Kontakte hinaus auch zu einem größeren Sicherheitsgefühl verhelfen. Denn das mobile Telefon ist immer dabei und im Notfall kann schnell Hilfe gerufen werden. Auch für Freunde und Angehörige ist es beruhigend zu wissen, dass durch das Seniorentelefon quasi immer eine gewisse Erreichbarkeit existiert. Doch da ältere Menschen häufig von körperlichen Einschränkungen (wie Seh- und Gehörschwierigkeiten sowie Feinmotorik-Problemen) betroffen sind, besteht die Notwendigkeit die Endgeräte entsprechend an die Gegebenheiten anzupassen. Das oberste Ziel ist dabei eine benutzergerechte Bedienung.

Was ein gutes Seniorentelefon ausmacht

Mittlerweile gibt es auf dem Markt eine Vielzahl von Seniorenhandys. Wobei die verschiedenen Modelle unterschiedlichen Wert auf bestimmte Eigenschaften legen. Fast alle Modelle verfügen jedoch über große Tasten, ein großes Display, eine einfache Menüführung und sehr laut einstellbare Hörer- und Ruftonlautstärken. Diese vier Punkte sind die wesentlichsten Merkmale eines Seniorentelefons, jedoch fällt die Ausgestaltung meist sehr unterschiedlich und auch nicht immer genügend aus. Deshalb sollten Sie bei den jeweiligen Eigenschaften, selbstverständlich immer den jeweiligen Bedürfnissen entsprechend, auf verschiedene Aspekte achten.

Tastatur

Die Tasten eines Seniorenhandys sollten entsprechend groß sein, damit auch für Menschen mit Einschränkungen der Motorik eine zielgenaue Bedienung möglich ist. Weiter sollten die Ziffern, Symbole und Buchstaben, die sich auf den Tasten befinden, sich durch ausreichend Kontrast von der Tastenfarbe abheben. Weiter sollten sie entsprechend groß geschrieben sein, damit sie auch von sehbeeinträchtigten Personen gut erkannt werden können. Die Tasten zum Annehmen und Beenden eines Gesprächs sollten eventuell farbig gestaltet sein (z. B. grün für annehmen, rot für auflegen). Weiter sollten die Tasten über einen guten Druckpunkt verfügen und deutlich von einander abgetrennt sein, so dass keine ungewollten Tasten gedrückt werden. Auch ist es ratsam ein Handy auszuwählen, das nur über die nötigen Tasten verfügt, die darüber hinaus sinnvoll angeordnet und nach Möglichkeit nicht doppelt belegt sind. Doppelbelegungen wie Auflegen-Taste + Ausschalten des Handy bei längerem gedrückt Halten, können zu unerwünschten Verwirrungen führen.

Display

Das Display eines Seniorenhandys sollte ausreichend groß und nach Möglichkeit einstellbar hinsichtlich Kontrast und Schriftgröße sein. Dabei ist allerdings darauf zu achten, dass Namen und Nummern immer noch, wenn auch nur durch Laufschrift, vollständig lesbar bleiben.

Menü und Funktionen

Seniorenhandys sollen vor allem dazu dienen auch technisch weniger versierten Menschen die Möglichkeit zu bieten, von den Vorzügen eines Handys profitieren zu können. Aus diesem Grund ist eine einfache Menüführung unerlässlich. Als allgemeine Regel könnte hierbei lauten: wenige Handgriffe müssen ausreichen, um die jeweils gewünschten Funktionen aufrufen zu können. Da ein Handy dabei doch meist komplexer ist als ein herkömmliches Festnetztelefon, empfiehlt es sich die Bedienungsanleitung ggf. zu zweit zu lesen. In dieser ist häufig die Menü-Struktur in einem Baum-Schema dargestellt. Dieses kann durchaus dabei helfen, sich gut im Menü zurechtzufinden.

Neben der Möglichkeit mobil zu telefonieren, kann ein Seniorenhandy i. d. R. auch SMS empfangen und versenden. Einige Modelle verfügen jedoch nicht über eine solche Funktion, bzw. gibt es auch Modelle, bei denen sich die Funktion ausschalten lässt. Die meisten Seniorenhandys haben eine integrierte Taschenlampe sowie eine Weckfunktion, die auch als Erinnerung zur Medikamenten-Einnahme genutzt werden kann.

Lautstärke

Da ältere Menschen unter einer Beeinträchtigung des Gehörs leiden können, sollte ein Seniorenhandy unbedingt über regulierbare und sehr laut einstellbare Laustärken verfügen. Ein lauter Rufton ist vor allem wichtig, damit man den Anruf nicht verpasst. Zusätzlich sollte das Handy mit Hilfe eines Vibrationsalarms auf den Anruf hinweisen sowie auch über optische Reize (z. B. über das Display oder das Leuchten eines separaten Lichts) auf den Anruf aufmerksam machen. Bei der Hörerlautstärke sollte vor allem darauf geachtet werden, dass die Tonqualität auch bei sehr lauten Einstellungen entsprechend angenehm bleibt. Weiter sollte die Regulierung der jeweiligen Lautstärken auf einfachem Wege erfolgen und nicht erst durch umständliches Suchen im Menü behindert werden. Es empfehlen sich dabei Handys mit Lautstärketasten.

Ein Seniorenhandy sollte generell hörgerätekompatibel sein. In der Regel kann eine 100%ige Kompatibilität mit allen Hörgerätetypen jedoch nicht gewährleistet werden. Hierzu sollte man sich unbedingt vor dem Kauf eines Seniorenhandys informieren.

Weitere Eigenschaften, die durchaus hilfreich sein können

Kurzwahl-/Direktwahltasten

So genannte Kurzwahl- bzw. Direktwahltasten können im Alltag und auch im Notfall sehr hilfreich sein. Diese speziellen Tasten lassen sich mit Rufnummern wichtiger Personen hinterlegen, die man oft anruft. So erspart man sich das umständliche Blättern im Telefonbuch und kann den gewünschten Kontakt mit dem Drücken nur einer Taste anrufen.

Notruf-Funktion

Bei älteren Menschen besteht ein potentiell höheres gesundheitliches Risiko. Auch ein Sturz kann dabei schon schlimme Folgen haben. Aus diesem Grund kann es nur von Vorteil sein, dass ein mobiles Telefon bei Spaziergängen, Einkäufen oder beim Erledigen von anderen Wegen dabei ist. Im Notfall kann so schnell der Notarzt und/oder ein Freund oder Familienmitglied benachrichtigt werden.

Einige Seniorenhandys sind dabei mit so genannten Notruf-Funktionen ausgestattet, die in ihrer Ausgestaltung jedoch unterschiedlich sein können. In den meisten Fällen gibt es eine Notruf-Taste, die auch bei aktiver Tastensperre gedrückt werden kann. Hier ist es vor allem wichtig darauf zu achten, dass die Taste so angebracht ist, dass sie nicht ungewollt betätigt wird und so einen Fehlalarm auslöst. Um dies zu vermeiden, muss eine solche Taste meist über mehrere Sekunden gedrückt gehalten werden. Für die Art und Weise wie der Notruf ausgesendet wird, gibt es verschiedene Möglichkeiten. So kann beispielsweise ein Rundruf gestartet werden, der vorher gespeicherte Kontakte nacheinander anwählt, bis eine Person den Notruf entgegen nimmt. Um zu Vermeiden, dass der Rundruf durch einen Anrufbeantworter entgegen genommen wird, muss der Empfänger in den meisten Fällen eine Taste zur Bestätigung drücken. Während des Rundrufs schaltet sich automatisch die Freisprechfunktion ein. Bei einigen Notruf-Funktionen wird eine SMS versendet, die auf den Notfall hinweist und zum Rückruf auffordert. Hier ist allerdings nicht gewährleistet, dass die Kurznachricht auch rechtzeitig gelesen wird. Wiederum andere Modelle sind sogar mit einem Fall-Sensor ausgestattet. Hier wird ein Notruf automatisch ausgesendet, wenn das Telefon einen Sturz bemerkt. In den meisten Fällen wird zusätzlich zum Notruf ein lauter Notruf-Ton vom Handy ausgesendet, so dass auch Personen, die sich in der Nähe befinden auf den Notfall aufmerksam werden und erste Hilfe leisten können.

Weitere Eigenschaften

Ein Seniorenhandy sollte robust sein, so dass es auch einmal herunterfallen kann. Um ein Herunterfallen weitestgehend zu vermeiden, sollte das Handy nicht zu schwer und entsprechend griffig sein, damit es gut in der Hand liegt. Weiter empfiehlt sich eine manuell einstellbare Tastensperre, da Tastensperren, die erst durch das Eingeben bestimmter Tastenkombinationen recht umständlich ein- und auszuschalten sein können. Auch eine Funktion wie die automatische Rufannahme über alle Tasten kann durchaus sinnvoll sein. Auch gibt es Seniorenhandys, die mittels GPS geortet werden können.

Mittlerweile gibt es auch Seniorenhandys, die über eine integrierte Kamera und weitere moderne Funktionen verfügen. Selbst die beliebte Touchscreen-Technik ist inzwischen im Segment der Seniorenhandys anzutreffen. Letztlich ist jedoch entscheidend, welche Funktionen der jeweilige Nutzer für sich nutzen kann und möchte. So kann der eine vielleicht ein Handy bevorzugen, dass nicht wesentlich über die Grundfunktionen hinausgeht, dem anderen erscheint dies vielleicht als zu wenig und unterfordernd. In aller Regel empfiehlt es sich genau mit der Thematik zu befassen und eine überlegte Kaufentscheidung zu treffen.

Wenn Sie sich näher für das Thema interessieren oder über den Kauf eines Seniorenhandys nachdenken, können Sie sich näher unter www.handys-senioren.de informieren. Hier finden Sie zahlreiche Seniorenhandy-Modelle im Überblick.

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