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Microsoft übernimmt Handy-Geschäft von Nokia

Bereits vor einer Woche wurde bekannt, dass der Software-Riese Microsoft die Handysparte des Herstellers Nokia übernimmt. Das Geschäft lässt sich Microsoft insgesamt 5,44 Mrd. Euro kosten. Damit ist Microsoft künftig auf dem Smartphone-Markt nicht nur mit einem eigenen Betriebssystem sondern auch mit eigenen Geräten präsent. Der finnische Konzern Nokia will sich hingegen in Zukunft auf sein Netzwerk-Geschäft konzentrieren.

Microsoft will Marktanteil im Mobilfunkbereich ausbauen

Mit seinem Betriebssystem Windows Phone ist Microsoft schon länger im Smartphone-Bereich unterwegs. Bereits 2011 schloss der Konzern mit dem finnischen Mobilfunkhersteller Nokia eine enge Partnerschaft, in Folge deren Windows Phone zum Standard-Betriebssystem für die Smartphones des finnischen Herstellers wurde. Mit der Übernahme der Handysparte von Nokia will Microsoft mit Windows Phone nun auf die Konkurrenzsysteme iOS (Apple) und Android aufschließen. Zudem baut sich der Konzern mit dem Smartphone-Geschäft eine Alternative zu seinen Kernprodukten – dem Windows Betriebssystem und der Office Bürosoftware – auf. Diese Produkte bringen Microsoft zwar weiterhin den meisten Umsatz, allerdings ist der Verkauf von PCs auf Grund der Entwicklung von Smartphones und Tablets zuletzt zurückgegangen.

Spätestens im März 2014 soll der Verkauf abgewickelt sein. Bis dahin sollen die erforderlichen Wettbewerbsbehörden sowie die Aktionäre von Nokia und Microsoft dem Deal zugestimmt haben. Von den insgesamt 5,44 Milliarden Euro zahlt Microsoft 3,79 Mrd. Euro für die eigentliche Handysparte. Noch einmal 1,65 Milliarden Euro will der Konzern für die entsprechenden Patentlizenzen ausgeben. Microsoft übernimmt mit dem Kauf auch etwa 32.000 Mitarbeiter von Nokia.

Nokia konzentriert sich auf Netzwerk-Geschäfte

Lange hatte Nokia auf dem Handy-Markt die führend Position inne. Bei der Entwicklung der Smartphone verpasste der finnische Konzern allerdings den Anschluss. Auch mit der Einführung des Nokia Lumia mit dem Betriebssystem Windows Phone konnte das Unternehmen den Rückstand nicht aufholen. Lediglich bei günstigen Handys konnte Nokia seine Marktführung behaupten, bei dem lukrativeren Smartphone-Geschäft hatte man allerdings das Nachsehen.

Durch den Verkauf der Handysparte wird auch der Umsatz von Nokia deutlich zurückgehen. Das neue Kerngeschäft soll der Netzwerk-Bereich bilden. Hier ist Nokia bereits mit dem Netzausrüster NSN vertreten. Außerdem sollen die Kartendienste, die unter der Marke „Here“ angeboten werden, weiter entwickelt werden.

Kein leichtes Geschäft

Ob Microsoft mit der Übernahme der Nokia Handysparte langfristig mehr Erfolg auf dem Smartphone-Markt haben wird, muss sich noch zeigen. Derzeit liegt der Marktanteil des Betriebssystem Windows Phone deutlich hinter den großen Konkurrenten iOS und Android. Beim Geräteverkauf sind Apple und Samsung deutlich vorne vor anderen Herstellern. Leichter wird das Smartphone-Geschäft für Microsoft also nicht.