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Aktuelles zum Stand der Übernahme von E-Plus durch o2

Der Übernahme des Netzbetreibers E-Plus zu Telefónica O2 ist laut Ankündigung der Frankfurter Allgemeinen wieder einen Schritt weiter. Mit rund 8,55 Millionen geht das Unternehmen an den großen Konzern O2. Milliardär Carlos Slim hat hoch gepokert und gewonnen. Telefónica musste das Angebot aufstocken und nun mehr zahlen. Milliardär Slim hat seine Preisvorstellungen durchgesetzt, aber trotz allem ist der Deal noch nicht fest. América Móvil, Großaktionär der niederländischen KPN ist bereit, E-Plus zukaufen, Telefónica muss eine halbe Milliarde mehr zahlen.

Im Juli hatte Carlos Slim verlauten lassen, den KPN zu übernehmen, den Mutterkonzern von E-Plus: Amérika Móvil hielt 30% an KPN. Grund für Slim die Übernahme von E-Plus zu blockieren, was er aber nicht tat. Ganz im Gegenteil, der spanische Milliardär hat eingelenkt. Wenn alles so läuft, wie vereinbart, bekommt KPN von Telefónica Deutschland rund 5,5 Milliarden Euro und ist mit 17,6% an der deutschen Tochter von Telefónica beteiigt. Der aktuelle Stand besagt, dass der mexikanische Großaktionär von KPN Amérika Móvil auf einer Hauptversammlung der KPN diesem Geschäft zustimmen wird.

Möglicher Ablauf

Aktuelles zum Stand der Übernahme von E-Plus durch o2Laut Aussage der Telefónica Holding stehe die Übernahme aber weiterhin unter Vorbehalt des Wettbewerbs. Lange war nicht abzusehen ob Carlos Slim dem Geschäft ein „ok“ gibt oder es ablehnt. Kritisch stand er dem Geschäft gegenüber doch nun sind alle Zweifel aus dem Weg geräumt. Lange Zeit war unklar, ob das Geschäft über die Bühne geht,  weil Amérika Móvil letzten Monat ein Übernahmeangebot für KPN eröffnete. Die spanische Muttergesellschaft hat bestätigt, dass Amérika Móvil sich ohne Widerruf dazu verpflichtet hat, dem Kauf von E-Plus durch Telefónica auf einer außerordentlichen Hauptversammlung am 13.10 zuzustimmen. Daraufhin hat Telefónica Deutschland sein Angebot für den E-Plus Konzern erhöht. Der Wert des Konzerns wird auf 8,55 Milliarden Euro beziffert.

Laut Umfragen reagiert Telefónica mit diesem erhöhten Angebot auf die Kritik des Milliardärs Carlos Slim, dieser hatte wohl den Kaufpreis als zu niedrig bewertet. KPN hält durch die geänderten Konditionen rund 20,5% an dem Mobilfunkkonzern, bisher besaß KPN 17,6%. Telefonica Deutschland erhält jedoch eine Call Option. 2,9% darf Telefónica zu einem Ausübungspreis von bis zu 510 Millionen Euro erwerben. Wird diese Option genutzt, sinkt der KPN Anteil um die anfangs vereinbarten 17,6%

Verkauf etappenweise

Mit einem mehrstufigen Plan haben sich die Unternehmen dazu entschieden, den Verkauf in mehreren Etappen zu vollziehen. Aktuell bekommt im ersten Zug KPN einen Anteil von 24,9% an Telefónica Deutschland und rund 3,7 Milliarden in bar. In zweiter Instanz zahlt Telefónica rund 1,3 Milliarden an die KPN für den Anteil von rund 4,4% an die deutsche Tochter. Telefónica behält sich jedoch das Recht vor, innerhalb eines Jahres weitere 2,9% an Telefónica von KPN für rund 510 Millionen Euro abzukaufen. Mit dieser Strategie will Telefónica sicher gehen, das Carlos Slim auf der     Hauptversammlung am  2. Oktober definitiv zu 100% zustimmen wird. Ob die Rechnung für den Milliardär aufgeht bleibt fraglich, denn noch müssen die Wettbewerbsbehörden ihre Zustimmung geben, was wahrscheinlich erst im 2. Quartal nächsten Jahres passiert.  Am 2. 10. Soll voraussichtlich der Antrag auf der Aktionärsgesellschaft gestellt werden.

Durch Übernahme steigende Preise?

Wird es eine Preiserhöhung geben? Diese Frage steht in den Sternen, denn ob die Wettbewerbsbehörden zustimmen ist fraglich. Telekom, Vodafone und Telefónica  wären die einzigen drei Mobilfunkanbieter, die mit der Übernahme miteinander konkurrieren würden. Man befürchtet, dass der Druck auf die Preise nachlassen würde, denn bekannte ist, das E-Plus der preisaggressivste Mobilfunk Anbieter in Deutschland war. Im Gegenzug stehen aber auch enorme Investitionen  in den Mobilfunknetzen an. Schwächere Anbieter werden wenige Chancen haben und schnell überfordert sein, da einfach nicht genug Investitionen vorhanden sind. Meinungen zufolge werden die Wettbewerbsbehörden nur unter bestimmten Bedingungen zustimmen. Die Prüfung soll schon mal nicht von EU Kommission gemacht werden, eine korrekte Abwicklung stehe im Vordergrund, man werde genau hinsehen, so das Bundeskartellamt. Sicher ist auch, dass die Bundesnetzagentur sehr wahrscheinlich bei erfolgreicher Fusion, Funklizenzen zurückfordern wird.

Fazit

Der mexikanische Milliardär Slim hat  Milliarden in Europa investiert, ein Mann der gern und hoch pokert. An Unternehmen in den Niederlanden und Österreich ist er beteiligt. In Europa ist er mit rund 5 Milliarden Anteile eingestiegen, die heute leider nur noch 50% wert sind. In Amerika sind die beiden Mobilfunkkonzerne Telefónica und Amérika Móviel direkte, starke Konkurrenten. Telefónica hat mit E-Plus wieder die Chance in die Offensive zu gehen, sich neuen Herausforderungen zu stellen und konkurrenzfähig zubleiben. Sollte es schiefgehen und die Übernahme mit Vodafone klappen, hat Telefónica schlechte Karten. Er wäre der einzige Wettbewerber ohne Festnetzgeschäft, quasi das Aus für Telefónica.